Es gibt schöne Beispiele, wie sich Künstler für andere Menschen engagieren, aber es gibt leider auch diejenigen, die so tun als ob und in Wahrheit nur ihre eigenen Ziele verfolgen. Obwohl doch Kunst ein Ausdruck sein sollte, der zum Nachdenken anregt, der zu Veränderungen von Sichtweisen führt oder den Spiegel der Zeit vorhält. Kreative Künstler sind Menschen mit viel Phantasie. Wenn man sich die Wortbedeutung Phantasie einmal genauer ansieht, dann steht sie als Synonym für Schöpferkraft, Dichtergabe, Eingebung. Die Phantasie hat aber auch eine Kehrseite, sie bedeutet gleichzeitig Einbildung, Wahn und Wunschtraum. Nun scheint Kreativität respektive Phantasie tatsächlich eine polarisierende Wirkung zu haben. Ich bin als Kulturjournalistin für die regionale Tageszeitung viel auf Vernissagen unterwegs, schreibe Porträts über Künstler und lerne dabei recht unterschiedliche Menschentypen kennen – die zurückhaltenden Könner, die engagierten Kleinkünstler, die arroganten Nichtskönner und diejenigen, die mit Einfluss und Geld Kunst machen. Wie auch immer, entscheidend ist für mich, dass das Bestreben der Künstler kein reiner Selbstzweck ist, sondern sie mit ihrer Arbeit den Spiegel der Zeit vorhalten, zum Nachdenken anregen und – ganz wichtig – es auch vorleben. Natürlich müssen Profis Geld mit ihrer Kunst verdienen, sie dürfen aber nicht vergessen, dass sie auch eine Verantwortung tragen. Und – bitte entschuldigen Sie – bei manchen habe ich das Gefühl, dass sie unter dem Deckmantel “Kunst” die eigentliche Intention aus den Augen verloren haben.