Wie Künstler erfolgreich ihre Kunst verkaufen

Finanzierung / Geld, Verkaufen, Werbung

Schwarmfinanzierung: 1000 Sponsoren statt nur einem?
Crowdfunding für Künstler

Schwarm - Crowdfunding für Künstler

Kunstprojekte kosten Geld und jeder Künstler, der es schon einmal versucht hat, weiß, wie schwierig es ist, von privaten Sponsoren oder dem öffentlichen Kulturbetrieb eine größere Geldsumme für ein Kunstprojekt aufzutreiben.

Nehmen wir einmal an, Du brauchst 10.000 EUR für ein Kunstprojekt:

Viel Geld für einen einzelnen Geldgeber…

1 x 10.000
= 10.000 EUR

Wäre es da vielleicht einfacher, wenig Geld von ganz vielen Geldgebern zu bekommen?

1000 x 10 EUR
= 10.000 EUR

Ein Schwarm von „kleinen“ Unterstützern statt nur einem „großen“ Fisch. Die Summe wäre diesselbe, aber der Einsatz für jeden einzelnen viel geringer.

Gute Idee – das nennt sich „Crowdfunding“

Die Finanzierung (englisch: „funding“) durch eine Menge (englisch: „Crowd“) ist in den letzten Jahren immer populärer geworden und nennt sich „Crowdfunding“ (auf deutsch mit „Schwarmfinanzierung“ übersetzbar).

Gesammelt wird das Geld beim Crowdfunding in der Regel online über Plattformen, die sich mittlerweile für verschiedene Bereiche für soziale, kreative und kommerzielle Projekte etabliert haben:

„Klassischerweise werden Crowdfunding Projekte über das Internet organisiert. Zumeist gibt es eine im Vorfeld definierte Mindestsumme, die in einem vorher festlegten Zeitraum erreicht werden muss, damit das Projekt realisiert wird. Falls die angestrebte Summe nicht erreicht wird, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Wenn es gelingt über die Crowd das Projekt zu finanzieren, erhalten die Unterstützer in der Regel eine Gegenleistung vom Projektinitiator, die die vielfältigsten Formen annehmen kann.“
(QUELLE: http://www.crowdfunding.de/was-ist-crowdfunding)

Seit 2009 über 2 Milliarden Dollar an Finanzierungsbeiträgen allein auf kickstarter.com

Auf Kickstarter.com, eine der größten Crowfunding-Plattformen, wurden seit 2009 insgesamt 2.177.168.812 $ Finanzierungsbeiträge für 99.586 Kickstarter-Projekte gesammelt. Du liest richtig: über 2 Milliarden Dollar (Stand Januar 2016). Von einer „Nische“ kann bei dieser Finanzierungsform also nicht mehr die Rede sein.

In der Kategorie „Kunst“ wurden seit 2009 auf kickstarter.com 8.542 Projekte mit einem Budget von einigen Dollars bis zu 1 Million Dollar erfolgreich finanziert.

Beispiel 1: 11.347 $
Internetopia – the supersized Internet poster.

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Der Londoner Künstler Benjamin Redford hat ein Zeichenexperiment für ein riesiges Internetposter gestartet, das komplett aus den Wünschen seiner Unterstützer bestand. Er hat 220 Unterstützer gewonnen, die 11.347 $ beigetragen haben, um die Verwirklichung seines Projekts zu ermöglichen.

„Für sein Werk hat sich der Londoner Künstler Ben Redford von 220 Leuten sagen lassen, was er zeichnen soll: Ein Einhorn, das auf einem Delfin reitet? Ein Pferd im Rollstuhl? Ein Lindwurm mit Hundekopf? Redford selbst nennt sein Bild eine „Momentaufnahme des Internets“. „Internetopia“ sammelte auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter mehr als 11.000 Dollar für das Projekt.“
(QUELLE: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/crowdfunding-kunstprojekt-internetopia-a-1015301.html)

Zum Projekt „Internetopia“ auf Kickstarter.com und auf seine eigene Internetopia-Seite.

Beispiel 2: 4772,00 €
Köln trotz(t) Armut – Ein Buch für die Straße!

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„Ein Buch für die Straße! Für die Verkäufer des Draussenseiter, Kölns größtem Straßenmagazin. Damit diese ein zusätzliches Angebot haben, mit dem sie einen niederschwelligen Schritt zurück in einen geregelten Alltag machen und einen kleinen Zusatzverdienst erwirtschaften können.
[…]
Jetzt soll es ein Buch geben mit den besten Artikeln aus dem Kölner Straßenmagazin „Draussenseiter“, das den Straßenverkäufern der Zeitung als zusätzliches Produkt zur Verfügung gestellt werden soll. „Weil unsere Verkäufer bei Wind und Wetter hinter unserer Zeitung stehen, wollen wir ihnen jetzt mit diesem Buch auch mal etwas zurück geben“, so Chefredakteurin Christina Bacher.“

4000 EUR wollte Anke von Heyl, freischaffende Kunsthistorikerin und Museumspädagogin, dafür über die deutsche Crowdfunding-Plattform Startnext.com einwerben. 4772,00 Euro sind es geworden – 772 EUR mehr als angesetzt.

Auf ihrer Website beschreibt Anke von Heyl sehr ausführlich und Schritt für Schritt, wie sie dabei vorgegangen ist und welche Erfahrungen sie gemacht hat:

Zum Projekt „Köln trotz(t) Armut“ auf Startnext.com und auf den Blog von Anke von Heyl.

Überzeugen muss Deine Idee immer – aber die Hürde ist beim Crowdfunding viel niedriger

Crowdfunding ist für Künstler eine neue Möglichkeit, Projekte unabhängig vom etablierten Kunstmarkt ohne Stipendien, Galerien und Mäzenen zu finanzieren. Aber genauso wie bei der Gewinnung eines einzelnen großen Sponsors muss Deine Idee überzeugen, damit Du Unterstützer gewinnst, die bereit sind, Dir Geld zu geben.

Ich weiß nicht, ob Fische auch eher bei kleinen Haken anbeißen als bei großen, aber es ist meistens leichter, 1000 Leute zu überzeugen, Dir 10 EUR zu geben als 1 Menschen, Dir 10.000 EUR zu geben. Die Hemmschwelle, 10 EUR zu investieren, ist einfach viel niedriger. Und auch viele kleine Fische geben zusammen einen großen Schwarm.

Weitere Infos:

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INTERSSANT: „Das Prinzip des Crowdfunding ist nicht neu. Es geht auf das Subskriptionsmodell zurück, mit dem schon im 18. Jahrhundert Schriftsteller Bücher und Komponisten Konzerte finanzierten. Wolfgang Amadeus Mozart etwa verkaufte Eintrittskarten für kommende Konzerte zu ermäßigten Preisen.“
QUELLE: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-87649555.html

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