Wie Künstler erfolgreich ihre Kunst verkaufen

Bekanntheit / Reputation, PR / Pressearbeit, Preis / Wert, Sammler, Verkaufen

Ich habe ein Bild für die Queen gemalt!

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Die Malerin Nicole Leidenfrost hat das Gastgeschenk für Queen Elizabeth II. gemalt. „Pferd in Royalblau“ entstand nach der Vorlage eines alten Fotos, auf dem auch George VI. (1895-1952) zu sehen ist. Die britische Presse findet das Bild nicht sehr gelungen, aber die Malerin fühlt sich verstanden, vor allem von der beschenkten Königin.

Quelle: Aufregung um ein blaues Pferd: Malerin: „Die Queen hat sich gefreut“ – n-tv.de

Die Queen soll angesichts des Gemäldes wirklich nicht gerade in Begeisterung ausgebrochen sein. Aber vielleicht hat ihr das Bild doch gefallen?

Wir werden es wohl nie sicher wissen, doch der Aufschrei in der Presse war relativ groß und das Werk wurde angeblich auch von der britischen Presse nicht als besonders gelungen bezeichnet.

Aber so ist das eben mit der Kunst: Bei ihr scheiden sich die Geister.

Was hat die Künstlerin Nicole Leidenrost aber auf jeden Fall bekommen?

Richtig, jede Menge Aufmerksamkeit und Presse. Ihr Kunststil mag nicht jedem gefallen, aber zwei Vorteile hat die Aktion für die Künstlerin auf jede Fälle:

1. Vorteil: Ihre Kunst wird überhaupt erst von vielen Menschen gesehen.

Nicht jeder Betrachter muss ihre Kunst mögen, aber diejenigen, die ihren Stil schätzen, werden überhaupt erst auf ihre Kunst aufmerksam und bekommen sie zu Gesicht. Oder hast Du vorher schon mal von Nicole Leidenfrost gehört oder warst auf ihrer Website?

2. Vorteil: Nicole Leidenfrost kann jetzt immer sagen, dass sie ein Bild für die Queen gemalt hat.

„Ich habe ein Bild für die Queen gemalt!“ Welcher Künstler kann das schon von sich behaupten? Ich bin mir ziemlich sicher, dass zukünftig in den Texten über die Künstlerin Leidenfrost auch immer auftauchen wird, dass sie ein Bild für die Queen gemalt hat. So eine Besonderheit macht in der Vita eines Künstlers einfach Eindruck.

Je bekannter ein Künstler, desto größer die Verkaufschancen

Nur, wer ihre Kunst kennt kann auch Gefallen daran finden und ein Werk kaufen. Oder vielleicht ein Porträt in Auftrag geben? Vielleicht möchten sich manche Menschen gerne von der Künstlerin malen lassen, die auch die Queen gemalt hat?

Wie ist die Künstlerin an den Auftrag gekommen, ein Bild für die Queen zu malen?

Nicole Leidenfrost: Ich habe sehr viel Freude mit der Kunst und mit meinen Bildern. Das merken viele Menschen und tanken auch von der Freude, die in den Bildern steckt. Das ging offenbar auch einigen beim Auswärtigen Amt so.  Dort habe ich mich mal beworben. Dann gab es die Anfrage, ob einige meiner Pferdebilder noch zu haben sind. Dann habe ich gesagt, ich könnte die gern reservieren, aber da es für die Queen ist, könnte man ein Bild auch auf Bestellung machen. So kam es. Ich hatte einfach Glück und habe den Zuschlag bekommen.

Wie Du siehst, hat sie nicht im Atelier darauf gewartet, von der Welt entdeckt zu werden, sondern sie hat sich aktiv beworben – und vermarktet. In diesem Fall hat es geklappt. Auch wenn ich befürchte, dass sich nach dieser Aktion sehr viele Künstler beim Auswärtigen Amt bewerben werden und es schwieriger wird ihr zu folgen. Aber: Gewinnen kann nur, wer auch mitspielt. Wenn Dein Name nicht im Lostopf ist, kann er natürlich auch nicht gezogen werden!

Die Lehre aus der Aktion lautet: Aktionen und Kunstwerke, die Aufmerksamkeit erregen und etwas besonderes sind, machen sich sehr gut in der Vita eines Künstlers und erhöhen seinen Wert. Dabei ist es nicht immer so entscheidend, ob die Kunst auch allen gefallen hat. Deshalb: Herzlichen Glückwunsch, Frau Leidenfrost!

Weitere Infos und Links:

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Bildquelle Titelfoto: „Presse- und Informationsamt der Bundesregierung“

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