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Kunst, die auffällt: Zweckentfremdete Materialstudien von Simon Starling

Widersprüchliche Installationskunst fällt auf und regt zum Grübeln an. Über das Gesehene wird berichtet. Ein gutes Beispiel hierfür ist das aktuelle Kunstprojekt „Under Lime“ des Engländers Simon Starling.

Manchmal stehe ich in Kunsthallen vor skurrilen Montagen und frage mich im Ernst, was das soll. Dass es Kunst ist, weiß ich, und wer der Künstler ist, auch. Aber dann bleibt die Frage offen: Was will er mir sagen? Bei mir geschieht folglich immer das Gleiche: Ich stehe da und grüble, und merke dabei nicht, dass der Künstler mit seiner Arbeit längst sein Ziel erreicht hat: Einen Eindruck hinterlassen, zur Diskussion anregen, eine Geschichte entstehen lassen.

Simon Starling ist für mich so ein Künstler, der auf dieses Ziel hinaus will. Seine neueste Installation trägt den Titel „Under Lime“ und ist, mal grob umschrieben, nichts weiter als ein trockener Ast, der von einer Motorsäge gehalten, mit ihr zusammen von der Decke hängt. „Under Lime“ war Anfang des Jahres in der „Temporären Kunsthalle Berlin“ im Rahmen einer größeren Ausstellung des englischen Künstlers zu sehen.

Nun so platt, wie eben beschrieben, ist Simon Starlings künstlerische Arbeit nicht. Er macht Konzeptkunst und das bedeutet, dass nicht das selbst-geschaffene Kunstobjekt im Vordergrund steht, sondern die Idee, respektive eine Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Mithilfe von Materialien schafft der Künstler Zusammenhänge oder Widersprüche. Bei „Under Lime“ hat er für seine Installation einen Lindenast vom Boulevard „Unter den Linden“ abgetrennt. Der Ast ist ganz geschickt nicht irgendeiner, sondern von einem Baum der wichtigsten Straße Berlins. Hier zielt der Künstler auf die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt ab und stellt so einen direkten Bezug her. Die Säge, die zunächst zerstörte, wird in der Installation zum Helfer. Starling schuf somit eine Wechselbeziehung  zwischen Innen- und Außenraum, zwischen der Kultur und Natur und zwischen der Technik und seinem künstlerischen Ausdruck.

Das ist also meine Geschichte, die beim Grübeln herauskam.

Mehr von der Arbeit des Künstlers finden Sie hier:
http://www.themoderninstitute.com/artists/s_starling/index.php

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